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Fachkräftemangel bei Rechtsanwaltsfachangestellten: Ausbildungszahlen und Daten 2026

Stand 23.10.2026 · Redaktion Heidemann & Elbe · 10 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Der Fachkräftemangel bei Rechtsanwaltsfachangestellten ist mit Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) belegt: Die BA führt die Kanzlei- und Notariatsassistenz auf Fachkraft-Niveau 2025 als Engpassberuf, gemeldete Stellen blieben im Median 72 Tage vakant1. Zum 30.09.2025 zählte die BRAK 2.885 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, 0,72 % weniger als im Vorjahr2 und rund zwei Drittel weniger als 20023. Der Rückgang hat sich zuletzt merklich verlangsamt4; bei den Rechtsanwälten selbst sieht die BA 2025 keinen Engpass mehr1.

2.885

neue Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte zum 30.09.2025, 0,72 % weniger als im Vorjahr2

−67,7 %

neue Ausbildungsverträge 2025 gegenüber 2002 (8.930 Verträge), eigene Berechnung3

72 Tage

mediane Vakanzzeit gemeldeter Fachkraft-Stellen in der Kanzlei- und Notariatsassistenz 20251

34,2 %

Vertragslösungsquote in der Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten 2024 (keine Abbruchquote)5

Ausbildungszahlen für Rechtsanwaltsfachangestellte 2025: Der Rückgang verlangsamt sich

Zum Stichtag 30.09.2025 bestanden bundesweit 2.885 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den beiden anwaltlichen Ausbildungsberufen, nach 2.906 im Vorjahr; das entspricht einem Rückgang um 0,72 %2. Auf Rechtsanwaltsfachangestellte entfielen 2.068 Verträge (Vorjahr 2.154), auf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte 817 (Vorjahr 752)2.

Die beiden Berufe entwickelten sich damit gegenläufig: Bei Rechtsanwaltsfachangestellten sank die Zahl der neuen Verträge um 4,0 %, bei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten stieg sie um 8,6 % (eigene Berechnung)2.

In den Vorjahren war der Rückgang deutlich stärker ausgefallen: laut BRAK um 3 % (2024), knapp 5 % (2023) und mehr als 11 % (2022)4. Nach Einschätzung der BRAK dürfte das positivere Bild auf über mehrere Jahre gestiegene Vergütungsempfehlungen der Rechtsanwaltskammern und auf Kampagnen zurückzuführen sein, die die Ausbildungsberufe bekannter machen4. Die BRAK formuliert das als Einschätzung, nicht als statistischen Nachweis.

Für das erste Ausbildungsjahr empfehlen die Rechtsanwaltskammern 2026 im Durchschnitt eine Ausbildungsvergütung von 1.012,00 Euro, nach 971,20 Euro im Jahr 2025 (Stand 18.05.2026)6. Tarifliche Vereinbarungen zur Ausbildungsvergütung gibt es für Rechtsanwaltsfachangestellte nicht7. Unterschreitet eine Kanzlei die Empfehlung ihrer Kammer um mehr als 20 %, gilt das nach der Rechtsprechung als unangemessen2.

Langfristig: zwei Drittel weniger Ausbildungsverträge als 2002

Im längeren Vergleich zeigt sich, wie stark der Nachwuchs geschrumpft ist. 2002 wurden noch 8.930 neue Ausbildungsverträge geschlossen, 1998 sogar 9.9623. Der Wert von 2025 liegt rund zwei Drittel unter dem von 2002 (−67,7 %, eigene Berechnung); bei Rechtsanwaltsfachangestellten beträgt das Minus 64,7 %, bei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten 73,3 %3.

Der Rückgang zeigt sich auch im Bestand. Ende 2024 befanden sich 4.830 Personen in der Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten, 1998 waren es 16.806; 1.557 Personen bestanden 2024 die Abschlussprüfung, 1998 waren es 4.7165. Die Werte von 1998 sind wegen einer Methodenumstellung im Jahr 2007 nur eingeschränkt vergleichbar5. Im Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte waren Ende 2024 1.863 Personen in Ausbildung, 657 bestanden die Prüfung8.

JahrRechtsanwaltsfachangestellteRechtsanwalts- und NotarfachangestellteGesamt
19985.7664.1969.962
20025.8613.0648.930
20193.0741.1004.174
20202.6979933.690
20212.5709843.554
20222.3148373.151
20232.2437512.994
20242.1547522.913
20252.0688172.885
Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, jeweils zum 30.09. Die Gesamtzahl schließt laut BRAK teils Notarfachangestellte ein und liegt deshalb 2002 und 2024 leicht über der Summe beider Spalten3.

Fachkräftemangel bei Rechtsanwaltsfachangestellten: die Engpassanalyse der BA

Die BA bewertet jährlich, in welchen Berufen Fachkräfte knapp sind. Die Berufsgattung „Assistenz Rechtsanwaltskanzlei, Notariat“ (KldB 7311) auf Fachkraft-Niveau, zu der Rechtsanwaltsfachangestellte gehören, erreicht 2025 einen Gesamtwert von 2,17 Punkten; ab 2,0 Punkten gilt ein Beruf als Engpassberuf1. 2024 lag der Wert bei 2,339. Bundesweit stellte die BA 2025 in 157 Berufsgattungen einen Engpass fest, nach 163 im Vorjahr1.

Gegenüber 2024 hat sich die Lage nur leicht entspannt. Gemeldete Stellen blieben im Median 72 Tage vakant (2024: 77 Tage), auf eine gemeldete Stelle kamen rechnerisch 1,98 Arbeitsuchende, knapp unter der BA-Schwelle von 2, und die berufsspezifische Arbeitslosenquote lag bei 2,7 %19. Das mittlere Bruttoentgelt in Vollzeit stieg im Dreijahresvergleich um 17,6 %1.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Fachkraft-Niveau sank von 74.823 im Juni 2024 auf 73.851 im Juni 2025; hinzu kommen 5.174 Beschäftigte auf Spezialisten-Niveau19. Die Teilzeitquote der Fachkräfte liegt bei 44,3 %, zum Vergleich: in den Berufen der Steuerberatung bei 40,2 %1. Die Lage dort beschreibt die Datenseite Fachkräftemangel in der Steuerberatung.

Auch eine Unternehmensbefragung zeigt die Knappheit: In einer ifo-Umfrage vom Juli 2026 gaben 64,7 % der befragten Unternehmen aus Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung an, dass ihnen qualifizierte Fachkräfte fehlen, nach zuletzt 52,4 %; über alle Unternehmen waren es 23,2 %10. Der Wert gilt für die Branche insgesamt, nicht allein für Anwaltskanzleien.

Indikator (KldB 7311, Fachkräfte)20252024Bewertung der BA 2025
Engpass-Gesamtwert2,172,33Engpassberuf (ab 2,0 Punkten)
Vakanzzeit gemeldeter Stellen (Median)72 Tage77 Tageschwache Anzeichen eines Engpasses (60 bis unter 80 Tage)
Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle1,981,89Anzeichen eines Engpasses (unter 2)
Berufsspezifische Arbeitslosenquote2,7 %2,6 %Anzeichen eines Engpasses (unter 3 %)
Medianentgelt gegenüber drei Jahren zuvor+17,6 %+17,1 %schwache Anzeichen eines Engpasses
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Juni)73.85174.823kein Bewertungsindikator
Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Datenanhänge der Engpassanalysen 2025 und 202419. Beschäftigte ohne Arbeitnehmerüberlassung und Auszubildende.

Fachkräftemangel bei Rechtsanwälten: Anwaltszahl nahezu konstant

Bei den Berufsträgern zeigt sich ein anderes Bild. Zum 01.01.2026 waren 167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte über alle Zulassungsarten zugelassen, 0,63 % mehr als im Vorjahr11. Seit 2017, ab dann zählt die BRAK alle Zulassungsarten einschließlich der Syndikusrechtsanwälte, ist die Zahl nahezu konstant: 164.393 waren es 2017, 166.504 zum 01.01.2025; 2002 lag sie bei 116.30512. Die Anwaltschaft ist seit 2002 also gewachsen, die Zahl neuer Ausbildungsverträge für Fachangestellte dagegen um rund zwei Drittel gesunken3.

Innerhalb der Anwaltschaft verschieben sich die Gewichte. Die Zahl der Einzelzulassungen, also der ausschließlich als Rechtsanwalt Zugelassenen, sank auf 138.420 (−0,21 %) und ist laut BRAK seit 2017 rückläufig11. Syndikusrechtsanwältinnen und -anwälte legten um 9,15 % auf 8.279 zu, doppelt Zugelassene um 3,19 % auf 20.84811.

Die BA führt Rechtsanwälte (KldB 7313) 2025 nicht mehr als Engpassberuf: Der Gesamtwert sank von 2,0 auf 1,8 Punkte, die mediane Vakanzzeit von 86 auf 77 Tage; auf eine gemeldete Stelle kamen 4,61 Arbeitsuchende19. Ein allgemeiner Anwaltsmangel in Deutschland lässt sich aus diesen Daten nicht ablesen; mit 1,8 Punkten liegen Rechtsanwälte allerdings im Beobachtungsbereich der BA1.

Nach der BA-Bewertung 2025 besteht ein Engpass bei der Kanzlei- und Notariatsassistenz auf Fachkraft-Niveau (2,17 Punkte), bei Rechtsanwälten nicht mehr (1,8 Punkte)1. Für Anwaltskanzleien liegt der Mangel nach unserer Einordnung damit vor allem bei den Fachangestellten.

Regionale Unterschiede nach Kammerbezirken und Ländern

Die Ausbildungszahlen entwickeln sich regional sehr unterschiedlich. Nach der Zählung der BRAK verzeichneten 13 Rechtsanwaltskammern 2025 Zuwächse und 9 Rückgänge; in 6 blieben die Zahlen gleich oder nahezu gleich (±1 Vertrag)4. Größte Kammer nach Neuverträgen ist Hamm mit 424 Verträgen (Vorjahr 412)13.

Auch die Engpassbewertung der BA unterscheidet sich nach Ländern. Für die Berufsgruppe „Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung“ (KldB 731) auf Fachkraft-Niveau erreichen 2025 acht von neun bewerteten Länderregionen mindestens 2,0 Punkte: Hessen 2,4, Niedersachsen/Bremen und Baden-Württemberg je 2,33, Rheinland-Pfalz/Saarland 2,2, Nordrhein-Westfalen und Bayern je 2,17 sowie Schleswig-Holstein/Hamburg und Sachsen je 2,01. Brandenburg/Berlin liegt mit 1,6 im Beobachtungsbereich; für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen weist die BA keinen Wert aus1.

RechtsanwaltskammerNeue Verträge 2025Neue Verträge 2024in % des Vorjahres
Mecklenburg-Vorpommern2618144,4
Braunschweig6446139,1
Kassel6952132,7
Hamburg9072125,0
Hamm424412102,9
München25229386,0
Köln14817982,7
Berlin11213781,8
Karlsruhe698977,5
Bamberg607876,9
Koblenz618571,8
Auswahl: die vier stärksten Zuwächse, die größte Kammer und die sechs stärksten Rückgänge, Stichtag jeweils 30.09. Bei kleinen Kammern beruhen hohe Prozentwerte auf wenigen Verträgen13.

Warum Stellen in Anwaltskanzleien offen bleiben: was die Daten zeigen

Eine einzelne Ursache für den Fachkräftemangel in Anwaltskanzleien weisen die Statistiken nicht aus. Für oft angeführte Erklärungen des Mangels an Rechtsanwaltsfachangestellten wie Digitalisierung, das Image des Berufs oder die Abwanderung in Unternehmen und Justiz liefern die ausgewerteten Statistiken keine belastbaren Zahlen. Belegt sind dagegen mehrere Faktoren, die zusammenwirken:

  • Weniger Nachwuchs: Ende 2024 waren weniger als ein Drittel so viele Personen in der Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten wie 1998 (4.830 gegenüber 16.806; Vergleich wegen der Methodenumstellung 2007 eingeschränkt)5.
  • Überdurchschnittlich viele Vertragslösungen: Die Vertragslösungsquote lag 2024 bei Rechtsanwaltsfachangestellten bei 34,2 %5, bei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten bei 33,9 %8 und über alle Ausbildungsberufe bei 29,7 %7. Eine Abbruchquote ist das nicht, weil viele Auszubildende danach erneut einen Ausbildungsvertrag schließen7.
  • Wenige Arbeitsuchende: 1,98 Arbeitsuchende je gemeldeter Stelle und eine berufsspezifische Arbeitslosenquote von 2,7 %1.
  • Steigende Entgelte: Das mittlere Bruttoentgelt stieg in drei Jahren um 17,6 %; die BA wertet das als schwaches Engpass-Anzeichen1.
  • Hoher Teilzeitanteil: 44,3 % der Fachkräfte arbeiten in Teilzeit; die BA führt die Quote als Ergänzungsindikator1.

Für Kanzleien heißt das: Es gibt wenige arbeitsuchende Fachangestellte, und aus der Ausbildung kommt deutlich weniger Nachwuchs als Ende der 1990er-Jahre. Welche Wege der Besetzung trotzdem offenstehen, ordnet der Beitrag Mitarbeitergewinnung in der Kanzlei ein.

Methodik und Hinweise zu den Daten

Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Erhebungen mit eigenen Stichtagen und Abgrenzungen. Sie lassen sich deshalb nicht beliebig miteinander verrechnen.

  • Ausbildungszahlen der BRAK: Erfasst sind Ausbildungsverträge, die vom 01.10. des Vorjahres bis zum 30.09. geschlossen wurden und am 30.09. noch bestehen; die Daten beruhen auf der Erhebung des BIBB2.
  • Zeitreihe und Jahrestabelle: Die BRAK-Zeitreihe nennt für 2024 insgesamt 2.913 Verträge, weil sie teils Notarfachangestellte einbezieht3. Der Vorjahresvergleich in diesem Beitrag nutzt den Wert 2.906 aus der Tabelle 202513.
  • Zählung der Kammern: Die BRAK-Website nennt 15 Kammerbezirke mit Anstieg2. Der BRAK-Newsletter wertet Veränderungen um höchstens einen Vertrag als gleich und kommt so auf 13 Kammern mit Zuwachs4.
  • BIBB-Daten (DAZUBI): Berufsbildungsstatistik zum 31.12., Werte auf ein Vielfaches von 3 gerundet5. Wegen des anderen Stichtags und der anderen Erhebung weichen sie von der BRAK-Reihe ab, etwa 1.941 Neuabschlüsse für Rechtsanwaltsfachangestellte 2024 gegenüber 2.154 bei der BRAK1413. Werte von 1998 sind wegen einer Methodenumstellung im Jahr 2007 nur eingeschränkt vergleichbar5.
  • Vertragslösungsquote: Sie wird nach dem Schichtenmodell des BIBB berechnet und ist ausdrücklich keine Abbruchquote57.
  • BA-Engpassanalyse: Bewertet werden bis zu sechs Indikatoren; ein Mittelwert ab 2,0 Punkten kennzeichnet einen Engpassberuf, 1,5 bis unter 2,0 Punkte den Beobachtungsbereich1. Die stellenbezogenen Indikatoren erfassen nur Stellen, die der BA gemeldet werden; das ist nur ein Teil aller offenen Stellen15. Die Analyse bewertet Engpass-Anzeichen, eine Zahl fehlender Fachkräfte weist sie nicht aus.
  • Abgrenzung der Berufe: Die Berufsgattung 7311 umfasst die Kanzlei- und Notariatsassistenz auf Fachkraft-Niveau, also neben Rechtsanwaltsfachangestellten auch Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und Notarfachangestellte. Die Länderwerte beziehen sich auf die übergeordnete Berufsgruppe 7311.
  • ifo-Umfrage: Unternehmensbefragung mit einem gemeinsamen Wert für Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung; die Anteile schwanken zwischen den Erhebungen10.
  • Aktualität: Die BRAK hat die Ausbildungszahlen 2025 im Januar 2026 veröffentlicht4, die Mitgliederstatistik zum 01.01.2026 im April 202611. Die BA-Engpassanalyse 2025 erschien im Mai 20261. Die BIBB-Werte in diesem Beitrag betreffen das Berichtsjahr 2024 (Datenstand Oktober 2025)5.

Wie Heidemann & Elbe Anwaltskanzleien unterstützt

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Häufige Fragen

Wie viele Rechtsanwaltsfachangestellte werden pro Jahr ausgebildet?

Zum 30.09.2025 bestanden bundesweit 2.068 neue Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte und 817 für Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, zusammen 2.8852. Die Abschlussprüfung bestanden 2024 1.557 Personen im Beruf Rechtsanwaltsfachangestellte5 und 657 im Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte8.

Gibt es einen Fachkräftemangel bei Rechtsanwälten?

Nach der Engpassanalyse der BA nicht mehr: Rechtsanwälte erreichen 2025 einen Gesamtwert von 1,8 Punkten und liegen unter der Engpass-Schwelle von 2,01. Die Zahl der zugelassenen Anwältinnen und Anwälte stieg zum 01.01.2026 leicht auf 167.54711. Knapp sind vor allem die Fachangestellten (2,17 Punkte)1.

Wie lange bleibt eine Stelle für Rechtsanwaltsfachangestellte unbesetzt?

Gemeldete Fachkraft-Stellen in der Kanzlei- und Notariatsassistenz waren 2025 im Median 72 Tage vakant, nach 77 Tagen im Vorjahr19. Der Wert erfasst nur Stellen, die der BA gemeldet wurden.

Wie viele Ausbildungsverträge für Rechtsanwaltsfachangestellte werden vorzeitig gelöst?

2024 wurden 807 Verträge vorzeitig gelöst; die Vertragslösungsquote lag bei 34,2 %5 und damit über dem Durchschnitt aller Ausbildungsberufe von 29,7 %7. Eine Abbruchquote ist das nicht: Viele Auszubildende schließen nach einer Vertragslösung erneut einen Ausbildungsvertrag7.

In welchen Bundesländern ist der Engpass am größten?

In der BA-Bewertung 2025 für die Berufsgruppe Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung auf Fachkraft-Niveau liegt Hessen mit 2,4 Punkten vorn, gefolgt von Niedersachsen/Bremen und Baden-Württemberg mit je 2,331. Von den bewerteten Regionen liegt nur Brandenburg/Berlin mit 1,6 unter der Engpass-Schwelle1.

Quellen

  1. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025: Bericht „Blickpunkt Arbeitsmarkt“ und Datenanhänge (Deutschland, Länder, Risiko- und Ergänzungsindikatoren), Mai 2026
  2. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Rechtsanwaltsfachangestellte und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte (Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.2025, Ausbildungsvergütung), Januar 2026, abgerufen am 23.10.2026
  3. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse seit 1998, jeweils zum 30.09. des Jahres, Januar 2026, abgerufen am 23.10.2026
  4. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Rechtsanwaltsfachangestellte: Abwärtstrend bei Ausbildungsverhältnissen gebremst (Nachrichten aus Berlin, Ausgabe 2/2026), 21.01.2026
  5. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): DAZUBI-Datenblatt Rechtsanwaltsfachangestellte/-r (73112), Deutschland, Stand 28.10.2025 (Berichtsjahr 2024)
  6. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Ausbildungsvergütung ReFa/ReNo – Empfehlungen und Mindestsätze der Rechtsanwaltskammern, Stand 18.05.2026
  7. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026 (Kapitel A5.6 und A9.1), 06.05.2026
  8. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): DAZUBI-Datenblatt Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/-r (73112850), Deutschland, Stand 29.10.2025 (Berichtsjahr 2024)
  9. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2024: Datenanhänge, Berichtsjahr 2024, abgerufen am 23.10.2026
  10. ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München: Knapp einem Viertel der Unternehmen fehlen Fachkräfte (Pressemitteilung), 21.08.2026
  11. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Presseerklärung Nr. 7: Mitglieder- und Fachanwaltsstatistik zum 01.01.2026, 15.04.2026
  12. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Entwicklung der Zahl zugelassener Rechtsanwälte 1950–2025, 2025 (Stichtag 01.01.2025), abgerufen am 23.10.2026
  13. Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK): Neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse zum 30.09.2025 (Tabelle nach Rechtsanwaltskammern), Januar 2026, abgerufen am 23.10.2026
  14. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): DAZUBI-Zusatztabellen: Alle dualen Ausbildungsberufe mit ausgewählten Indikatoren, Deutschland 2024, Oktober 2025
  15. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Engpassanalyse – Methodische Weiterentwicklung (Methodenbericht), April 2020

Stand der Angaben: 23.10.2026. Zahlen Dritter sind unverändert aus den genannten Quellen übernommen.