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Fachkräftemangel im Mittelstand 2026: Was die Studien zeigen – und wie schwer sich kaufmännische Stellen in der Industrie besetzen lassen

Stand 23.10.2026 · Redaktion Heidemann & Elbe · 10 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Der Fachkräftemangel im Mittelstand ist 2026 schwächer als 2022 und 2023, trifft kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aber etwas häufiger als große. Im April 2026 sahen 22,0 % der KMU ihre Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte behindert, bei Großunternehmen 19,3 %; in der Industrie waren es 18,3 % der mittelständischen Unternehmen gegenüber 8,0 % der Großunternehmen1. Kaufmännische Industrierollen wie Industriekaufleute, Einkauf und Vertrieb liegen in der BA-Engpassanalyse 2025 bundesweit unter der Engpassschwelle, auf Fachkraftniveau im Beobachtungsbereich; am längsten bleiben Stellen im Vertrieb auf Spezialistenniveau offen, im Median 102 Tage2. In einzelnen Bundesländern erreichen die Berufsgruppen, zu denen Industrie- sowie Speditions- und Logistikkaufleute gehören, den Engpasswert von 2,0 Punkten2.

18,3 %

der mittelständischen Industrieunternehmen sahen sich im April 2026 durch Fachkräftemangel behindert, bei Großunternehmen der Industrie 8,0 %1

47 %

der Unternehmen mit 200 bis 999 Beschäftigten konnten im Herbst 2025 offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen3

72,3 %

der offenen Stellen für qualifizierte Fachkräfte entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 auf KMU (Betriebe bis 249 Beschäftigte)4

102 Tage

Vakanzzeit (Median) im Vertrieb außer IKT auf Spezialistenniveau 20252

Fachkräftemangel im Mittelstand 2026: die Lage in Zahlen

Der Fachkräftemangel hat seit 2022 deutlich nachgelassen. Im Verarbeitenden Gewerbe sahen im April 2026 14,2 % der Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte behindert, nach 44,5 % zum Höchststand im dritten Quartal 20221. Über alle erfassten Branchen waren es 21,1 %, bei KMU 22,0 %, bei Großunternehmen 19,3 %1.

Im Juli stieg der Anteil wieder. In der Industrie meldeten 18,7 % einen Mangel an Fachkräften, 4,5 Prozentpunkte mehr als im April5; in der im Februar 2026 veröffentlichten ifo-Umfrage waren es 16,6 % gewesen6. Über alle Branchen fehlten im Juli 23,2 % der Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte, nach 21,1 % im April; der langfristige Durchschnitt liegt bei 31,7 %5.

Auch im Zukunftspanel Mittelstand des IfM Bonn steht das Thema vorn: Im Oktober 2025 nannten 43,5 % von 278 befragten Unternehmen „Fachkräfte/demografische Entwicklung“ als Herausforderung, zum fünften Mal in Folge auf Rang eins; Mehrfachnennungen waren möglich7.

Studien zum Fachkräftemangel im Mittelstand: was sie messen

Die Studien stellen unterschiedliche Fragen und grenzen den Mittelstand verschieden ab; ihre Werte sind nicht direkt vergleichbar. Wo sie nach Größe unterscheiden, ist der Mittelstand ähnlich stark oder stärker betroffen als Großunternehmen. In der Industrie liegt der Anteil der betroffenen Mittelständler laut KfW-ifo mehr als doppelt so hoch wie bei Großunternehmen1.

StudieMessgrößeStandErgebnis
KfW-ifo-FachkräftebarometerGeschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindertApril 2026KMU 22,0 %, Großunternehmen 19,3 %; Industrie: KMU 18,3 %, Großunternehmen 8,0 %1
ifo-UmfrageMangel an qualifizierten ArbeitskräftenJuli 2026alle Branchen 23,2 %, Industrie 18,7 %5
DIHK-Fachkräftereport 2025/2026offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzbarHerbst 202520–199 Beschäftigte 44 %, 200–999 Beschäftigte 47 %, Industrie 36 %3
DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko23.03. bis 08.05.2026alle Branchen 36 % (langjähriger Durchschnitt 45 %), Industrie 32 % (langjähriger Durchschnitt im Verarbeitenden Gewerbe 40 %)8
KOFA-Studie 2/2026offene Stellen ohne passend qualifizierte ArbeitsloseJuli 2024 bis Juni 2025KMU 281.532, Großunternehmen 111.240 fehlende Fachkräfte4
KfW-Mittelstandspanel, Sondererhebungerwartete Besetzungsprobleme in den nächsten fünf JahrenSeptember 2024KMU 58 %, Verarbeitendes Gewerbe 65 %9
Abgrenzung der Größenklassen und Befragungsbasis im Abschnitt „Methodik und Hinweise zu den Daten“.

Kleine, mittlere und große Unternehmen im Vergleich

Laut DIHK haben Unternehmen mit 20 bis 199 Beschäftigten zu 44 % und mit 200 bis 999 Beschäftigten zu 47 % Probleme, Stellen zu besetzen, Kleinunternehmen unter 10 Beschäftigten zu 25 %, Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten zu 40 %3. 2023 hatten noch 73 % der Großunternehmen und 60 % der mittleren Unternehmen Engpässe gemeldet; der Anteil der Großunternehmen ohne Personalbedarf stieg seither von 7 auf 29 %3.

Die KOFA-Studie 2/2026 zeigt das Gewicht des Mittelstands in absoluten Zahlen. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 entfielen 72,3 % der offenen Stellen für Qualifizierte auf KMU, hier Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten; ihnen fehlten rechnerisch 281.532 Fachkräfte, 71,7 % der gesamten Lücke4. Gemessen an den eigenen offenen Stellen war in allen Größenklassen gut jede dritte rechnerisch nicht besetzbar: in kleinen Betrieben 35,8 %, in mittleren 35,3 %, in großen 36,8 %4.

Regional unterscheidet sich die Lage stark. Im selben Zeitraum blieb in Bayern etwa jede zweite KMU-Stelle für Qualifizierte rechnerisch unbesetzt, in Nordrhein-Westfalen lag die Quote für KMU bei 27,8 %10.

Fachkräftemangel in der Industrie in Deutschland: weniger Beschäftigte, weiter Engpässe

Die Industrie baut Beschäftigung ab. Ende 2025 hatte sie 496.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte weniger als zu Beginn 2019, ein Minus von 7,1 %; die Autoindustrie und ihre Zulieferer strichen 123.500 Stellen, ein Minus von 13 %11. Im Herbst 2025 hatten 47 % der Industriebetriebe keinen Personalbedarf, der Anteil mit Besetzungsproblemen sank in zwei Jahren um 18 Prozentpunkte auf 36 %3.

Nach Branchen bleibt der Engpass ungleich verteilt: Besetzungsprobleme melden 42 % der Betriebe in der Metallerzeugung und -bearbeitung, je 38 % im Maschinenbau und bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen, 25 % im Kraftfahrzeugbau3. Gesucht werden vor allem beruflich Qualifizierte. Industriebetriebe mit Besetzungsproblemen suchen zu 60 % erfolglos Beschäftigte mit dualer Ausbildung, zu 43 % Absolventen mit Weiterbildungsabschluss3.

Trotz geringeren Personalbedarfs erwarten 88 % der Industriebetriebe in den kommenden Jahren negative Folgen von Arbeits- und Fachkräfteengpässen3. 69 % rechnen mit steigenden Arbeitskosten, 35 % mit dem Verlust betriebsspezifischen Wissens durch ausscheidende Ältere, im Maschinenbau 41 %3. Branchenübergreifend erwarten Mittelständler mit 20 bis 999 Beschäftigten zu 92 % negative Folgen3.

Ausblick: Beschäftigungserwartungen im Mittelstand steigen

Im September 2026 stieg das Geschäftsklima der KMU zum fünften Mal in Folge, um 4,3 Zähler auf −8,1 Punkte; bei den KMU des Verarbeitenden Gewerbes lag es bei −5,3 Punkten12. Die Beschäftigungserwartungen der KMU legten drei Monate in Folge zu und liegen mit −3,0 Punkten nur noch knapp unter dem langjährigen Durchschnitt12. Beides sind Stimmungswerte, keine Messung des Fachkräftemangels.

KfW Research erwartet, dass sich der Fachkräftemangel wieder verstärkt, wenn sich die gesamtwirtschaftliche Lage wie erwartet verbessert1; das ifo Institut rechnet bei einer stärkeren Erholung ebenfalls mit einer deutlicheren Zunahme5. In der KfW-Befragung vom September 2024 sahen 33 % der Mittelständler ihre Existenz mittel- bis langfristig durch Arbeitskräftemangel bedroht, im Verarbeitenden Gewerbe 28 %9.

Kaufmännische Stellen in der Industrie: wie schwer sie sich besetzen lassen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bewertet Berufe, nicht Branchen; Industriekaufleute arbeiten auch außerhalb der Industrie. Für typische kaufmännische Rollen in Industrieunternehmen zeigt die Engpassanalyse 2025 keinen bundesweiten Engpass; keiner der Berufe in der Tabelle erreicht 2,0 Punkte2.

Unter den Berufen der Tabelle bleiben Stellen im Vertrieb auf Spezialistenniveau am längsten offen, im Median 102 Tage2. Speditions- und Logistikkaufleute sowie Straßen- und Schienenverkehrskaufleute waren 2024 auf Fachkraftniveau noch Engpassberufe und liegen 2025 im Beobachtungsbereich132. Auf eine gemeldete Stelle kamen bei ihnen 3,6 bzw. 2,5 Arbeitsuchende, weniger als bei den übrigen Berufen der Tabelle2.

Im September 2026 kamen bei Speditions- und Logistikkaufleuten auf Fachkraftniveau rund 2,0 Arbeitslose auf eine gemeldete Stelle, in der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft rund 3,6 und im Vertrieb rund 5,3 (eigene Berechnung); die gemeldeten Vertriebsstellen lagen 19,1 % unter dem Vorjahresmonat14.

Regional erreichen zwei Berufsgruppen auf Fachkraftniveau die Engpassschwelle. Unternehmensorganisation und -strategie, zu der Industriekaufleute zählen15, liegt in Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt bei 2,0 und in Thüringen bei 2,2 Punkten; Kaufleute in Verkehr und Logistik erreichen in Niedersachsen/Bremen und Hessen 2,33, in Bayern und Sachsen-Anhalt 2,02.

Auf Expertenniveau liegt die Fachkräftelücke der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft laut KOFA vor allem bei Großunternehmen: Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 waren dort 3.717 Stellen rechnerisch nicht besetzbar, 83,4 % der Lücke dieses Berufs4. Weitere kaufmännische Engpassberufe wie die Kostenrechnung und Kalkulation auf Spezialistenniveau2 beschreibt der Beitrag zum Fachkräftemangel in kaufmännischen Berufen.

Beruf (KldB, Anforderungsniveau)Gesamtwert 2025Vakanzzeit (Median)Arbeitsuchende je Stelle
Kaufm./techn. Betriebswirtschaft, u. a. Industriekaufleute (7130, Fachkraft)1,565 Tage6,52
Einkauf (6111, Fachkraft)1,563 Tage7,12
Einkauf, u. a. Einkäufer (6111, Spezialist)1,6764 Tage5,62
Vertrieb außer IKT, u. a. Vertriebssachbearbeitung (6112, Fachkraft)1,575 Tage6,52
Vertrieb außer IKT (6112, Spezialist)1,5102 Tage4,32
Speditions- und Logistikkaufleute (5162, Fachkraft)1,83 (2024: 2,33)83 Tage3,62
Straßen- und Schienenverkehrskaufleute (5163, Fachkraft)1,67 (2024: 2,17)70 Tage2,52
Kaufleute im Groß- und Außenhandel (6121, Fachkraft)1,1785 Tage8,92
Engpassberuf ab 2,0 Punkten, Beobachtungsbereich von 1,5 bis unter 2,0; Werte je Beruf über alle Branchen, nur der BA gemeldete Stellen2. Vorjahreswerte: Engpassanalyse 202413; Zuordnung der Berufe nach KldB 201015.

Was können Unternehmen gegen Fachkräftemangel tun? Die Pläne der KMU

Die KfW hat im September 2024 kleine und mittlere Unternehmen, die Besetzungsprobleme erwarten, nach geplanten Maßnahmen gefragt; Mehrfachnennungen waren möglich. Die Anteile beziehen sich auf diese 58 % der KMU9:

  • Löhne erhöhen: 67 %9
  • Arbeitszeiten und -orte flexibilisieren: 59 %9
  • mehr Weiterbildung anbieten: 53 %9
  • Bekanntheit des Unternehmens steigern: 45 %9
  • Altersteilzeit einführen oder ausweiten: 36 %9
  • überregional rekrutieren: 35 %9
  • Arbeitskräftebedarf durch mehr Automatisierung senken: 30 %9
  • ausländische Arbeitskräfte gezielt anwerben: 25 %9
  • Kinderbetreuung anbieten: 22 %9

Recruiting im Mittelstand: Empfehlungen des KOFA, Einschätzungen der Betriebe

Das KOFA nennt Mitarbeiterempfehlungen die erfolgversprechendste Maßnahme der Personalgewinnung, besonders in mittleren Unternehmen. Active Sourcing, die direkte Ansprache potenzieller Bewerber, ist wenig verbreitet, wird von Unternehmen, die es nutzen, aber als besonders erfolgreich bewertet. Außerdem empfiehlt das KOFA flexible Arbeitszeiten und -orte, altersgerechte Arbeit, um Ältere länger zu halten, systematischere Weiterbildung sowie Quereinstiege und Berufswechsel4.

Im DIHK-Fachkräftereport geht es um Ältere: 63 % der Unternehmen halten Steuervorteile für Beschäftigte im Rentenalter für hilfreich, in der Industrie befürworten 56 % einfachere befristete Weiterbeschäftigungen nach Renteneintritt3. Das sind Einschätzungen und Forderungen der Betriebe, keine geltende Rechtslage.

In den Empfehlungen des KOFA und in der Maßnahmenliste der KfW kommt Direktvermittlung nicht als eigene Maßnahme vor. Aus Sicht von Heidemann & Elbe ergänzt sie Anzeigen und Empfehlungen, vor allem bei Rollen, für die viele geeignete Fachkräfte bereits beschäftigt sind. Wie sich die Wege kombinieren lassen, beschreibt der Beitrag Wo finde ich gute Mitarbeiter?; wie sich Direktvermittlung von Zeitarbeit unterscheidet, erklärt der Beitrag Direktvermittlung, Zeitarbeit und Headhunter im Vergleich.

Methodik und Hinweise zu den Daten

Die Quellen unterscheiden sich in Frage, Abgrenzung und Zeitraum. Für die Einordnung ist wichtig:

  • KfW-ifo-Fachkräftebarometer: Gefragt wird, ob die Geschäftstätigkeit derzeit durch Fachkräftemangel behindert wird, nicht nach unbesetzten Stellen. Befragt werden quartalsweise rund 9.000 Unternehmen aus Verarbeitendem Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Handel und Dienstleistungen, ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat, darunter rund 7.500 Mittelständler. Mittelständler haben grundsätzlich höchstens 500 Beschäftigte und 50 Mio. Euro Jahresumsatz; in Einzelhandel, Bauhauptgewerbe und Dienstleistungen gelten engere Grenzen1. Die ifo-Pressemitteilung vom August 2026 nennt für April denselben Gesamtwert von 21,1 %, weist aber keine Größenklassen aus5.
  • DIHK: Der Fachkräftereport beruht auf über 21.000 Antworten aus dem Herbst 2025 und fragt nach Stellenbesetzungsproblemen; für 10 bis 19 Beschäftigte nennt er keinen Wert3. Die Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 mit rund 23.000 Antworten fragt nach Geschäftsrisiken8.
  • KfW-Mittelstandspanel: 2.494 Unternehmen, befragt Anfang September 2024; zur Grundgesamtheit gehören private Unternehmen bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz, ohne Beschäftigtengrenze9.
  • KOFA und Destatis: KOFA zählt Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten als KMU und nur Stellen für Qualifizierte4. Destatis zählt Unternehmen nach EU-Abgrenzung, mit bis zu 249 tätigen Personen und bis 50 Mio. Euro Jahresumsatz; danach waren 2024 99,3 % der Unternehmen KMU, mit 53,7 % der tätigen Personen16. KOFA kommt auf Betriebsebene auf 64,3 % der qualifizierten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten4; das ist kein Widerspruch, sondern eine andere Basis.
  • BA: Länderwerte gibt es nur für Berufsgruppen2. Arbeitslose je gemeldeter Stelle aus der Monatsstatistik sind nicht mit der Arbeitsuchenden-Stellen-Relation der Engpassanalyse vergleichbar14. Keine der Quellen verbindet Beruf, Industriebranche und Unternehmensgröße.

Wie Heidemann & Elbe Industrie und Mittelstand unterstützt

Heidemann & Elbe vermittelt kaufmännische Fachkräfte direkt in Festanstellung, aus einem eigenen, persönlich vorqualifizierten Kandidaten-Pool. Für Industrieunternehmen und Mittelständler sind das etwa Industriekaufleute, Fachkräfte für den Vertriebsinnendienst und Disponenten. Das Prinzip: kein Anzeigen-Roulette, kein Bewerbungsstapel, sondern fertige Kandidaten für die gesuchte Rolle.

Mehr als 600 Partnerunternehmen besetzen ihre Stellen mit Heidemann & Elbe; bis zur ersten Besetzung vergehen in der Regel weniger als 30 Tage. Ein erstes Gespräch vereinbaren Sie über die Kontaktseite für Arbeitgeber.

Häufige Fragen

Wie stark ist der Mittelstand vom Fachkräftemangel betroffen?

Im April 2026 sahen 22,0 % der kleinen und mittleren Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte behindert, bei Großunternehmen 19,3 %1. Laut DIHK konnten im Herbst 2025 44 % der Unternehmen mit 20 bis 199 und 47 % mit 200 bis 999 Beschäftigten offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen3.

Gibt es in der Industrie trotz Stellenabbau einen Fachkräftemangel?

Ja, aber deutlich schwächer als 2022. Im Juli 2026 meldeten 18,7 % der Industrieunternehmen einen Mangel an Fachkräften5; im Verarbeitenden Gewerbe sahen sich im dritten Quartal 2022 44,5 % behindert1. Zugleich hatten im Herbst 2025 47 % der Industriebetriebe keinen Personalbedarf3.

Was können Unternehmen gegen Fachkräftemangel tun?

KMU mit erwarteten Besetzungsproblemen planten laut einer KfW-Befragung vom September 2024 vor allem höhere Löhne (67 %), flexiblere Arbeitszeiten und -orte (59 %) und mehr Weiterbildung (53 %)9. Das KOFA empfiehlt zusätzlich Mitarbeiterempfehlungen, die direkte Ansprache potenzieller Bewerber und Angebote, um Ältere länger zu halten4.

Sind Industriekaufleute ein Engpassberuf?

Bundesweit nicht. Die kaufmännische und technische Betriebswirtschaft, zu der Industriekaufleute gehören15, liegt auf Fachkraftniveau mit 1,5 Punkten im Beobachtungsbereich, Stellen waren 2025 im Median 65 Tage offen2. In Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erreicht die übergeordnete Berufsgruppe den Engpasswert2.

Quellen

  1. KfW Research / ifo Institut: KfW-ifo-Fachkräftebarometer Juni 2026: Fachkräftemangel nimmt weiter ab – jedoch weiterhin viele Betriebe betroffen, 16.06.2026
  2. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Bericht und Tabellen, Download-Paket), Mai 2026
  3. Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK): DIHK-Fachkräftereport 2025/2026: Fachkräfteengpässe bleiben Herausforderung, Dezember 2025
  4. Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft: KOFA-Studie 2/2026: Fachkräftemangel in KMU – Eine Analyse der Fachkräftesituation nach Betriebsgrößenklassen, 21.01.2026
  5. ifo Institut: Knapp einem Viertel der Unternehmen fehlen Fachkräfte (Pressemitteilung), 21.08.2026
  6. ifo Institut: Fachkräftemangel nimmt ab (Pressemitteilung), 18.02.2026
  7. Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn: Zukunftspanel Mittelstand 2025: Fachkräftemangel und digitale Transformation fordern den Mittelstand weiterhin (Chartbook), Dezember 2025
  8. Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK): DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2026 (Bericht), Mai 2026 (Befragung 23.03.–08.05.2026)
  9. KfW Research: Fokus Volkswirtschaft Nr. 489: Mittelstand stellt sich auf Herausforderungen durch demografischen Wandel ein, 11.03.2025
  10. Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen Wirtschaft: KOFA Kompakt 04/2026: KMU unter Druck – Die Fachkräftesituation in den Bundesländern, 08.06.2026
  11. ifo Institut, Niederlassung Dresden: Deutsche Industrie verlor seit 2019 fast eine halbe Million Arbeitsplätze (Pressemitteilung), 19.10.2026
  12. KfW Research / ifo Institut: KfW-ifo-Mittelstandsbarometer September 2026: Stimmung steigt immer weiter, 29.09.2026
  13. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2024 (Bericht und Tabellen, Download-Paket), Mai 2025
  14. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen – Arbeitsmarkt nach Berufen (KldB 2010), Deutschland, September 2026 (Tabellen 1.1 und 2.1), September 2026 (erstellt 22.09.2026)
  15. Bundesagentur für Arbeit: Klassifikation der Berufe 2010 – überarbeitete Fassung 2020, Band 1: Systematischer und alphabetischer Teil mit Erläuterungen, November 2021
  16. Statistisches Bundesamt (Destatis): Anteile kleiner und mittlerer Unternehmen an ausgewählten Merkmalen 2024 nach Größenklassen, Stand 12.08.2026

Stand der Angaben: 23.10.2026. Zahlen Dritter sind unverändert aus den genannten Quellen übernommen.